Eine ungewöhnliche Einstiegsmethode, bei der garantiert alle Teilnehmenden direkt wach und interessiert dabei sind. Sie wählen nämlich aus, was sie im Workshop oder Seminar lernen und ausprobieren, ohne dass sie wissen, was sie auswählen.
Indem sie nämlich “blind” auswählen.
Du kannst diese Methode genauso in Präsenz-Seminaren machen, mit Moderationskarten und einer Pinwand.
Ich habe dazu auch ein Video gemacht, da zeige ich die Methode am Zoom-Whiteboard.
Zusammenfassung
- Eine Einstiegsmethode, bei der die Teilnehmenden zu Beginn “blind” auswählen, welche Themen und Methoden sie kennenlernen wollen und in welcher Reihenfolge sie bearbeitet werden. Das sorgt für Neugier und Konzentration gleich zu Beginn.
- Einige Varianten zur Wiederholung und zum Austausch
- Technische Herstellung der Methode
Online und Präsenz
Ich habe diesmal nicht immer extra Online-Methode oder Online-Seminar davor geschrieben, weil du diese Methode genauso gut in einem Präsenz-Seminar einsetzen kannst. Dann nimmst du eben keine Kurznotizen vom Whiteboard, sondern Moderationskarten an einer Pinwand. Das ist völlig gleich.
Vorbereitung
Du sammelst die Themen und oder Methoden, die zu deinem Seminarthema passen, das du anbietest. Ich nehme jetzt als Beispiel einen Workshop von mir zu kreativen und interaktiven Online-Methoden.
Auf dem Whiteboard schreibst du eine bestimmte Menge an Methoden und Themen auf Kurznotizen, die du im Kreis oder Quadrat oder wie auch immer du möchtest, anordnest.
Darüber legst du weitere Kurznotizen in einer anderen Farbe, die das Geschriebene verdecken.
Beispiel:
Ich habe die Methoden auf grüne Notizzettel geschrieben, Energizer auf orangene und die Abdeckzettel sind alle blau.

Punkte oder Namenskärtchen
Außerdem habe ich entweder Punkte vorbereitet, in so vielen verschiedenen Farben wie ich Teilnehmende im Workshop habe oder Namenskärtchen. Für jeden Namen beispielsweise 3 Kärtchen. oder für jeden TN 3 Punkte.


Verlauf
Jeder Teilnehmende soll nun 3 Methoden oder Themen auswählen, indem er drei Punkte oder seine drei Namenskärtchen neben irgendwelche der blauen Notizzettel schiebt.
Wenn alle drei Sachen ausgewählt haben, schaut ihr, welches die meisten Punkte hat.
Das deckst du zuerst auf und schiebst es neben den Kreis. Darunter dann das zweite, das nun die meisten Punkte hat usw.
Bis alle ausgewählten Methoden untereinander sichtbar sind in der Reihenfolge ihrer gewonnenen Punkte.
Nun kannst du sie der Reihe nach behandeln.

Trainer-Hinweis
Da du vorher die Themen und Methoden auswählst, nimmst du natürlich nur solche, die zum Seminarthema sinnvoll sind und die aber auch unterschiedlich sind. So dass auf jeden Fall Abwechslung in der Art der Weiterarbeit entsteht.
Wann ist diese Methode sinnvoll?
Du kannst diese Methode grundsätzlich mit jeder Gruppe einsetzen.
Sie ist aber vor allem auch hilfreich, wenn es ein offener Workshop ist und du die Gruppe und die Teilnehmenden vorher gar nicht kennst. Also auch nicht weißt, was sie brauchen, schon kennen, erwarten. Wenn du dich also nicht bewusst darauf vorbereiten kannst, was gerade bei ihnen dran ist.
Ansonsten macht diese Methode alle Teilnehmenden schon zu Beginn wach, denn es ist natürlich spannend, blind etwas auszuwählen – und dann zu sehen, was dabei rausgekommen ist.
Varianten
Wie du damit weiterarbeitest, hängt auch etwas vom Thema (und von der Zeit) ab.
Ich nehme mein Beispiel “Seminarmethoden”. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir da weiter vorgehen.
- Variante: Zuordnung zu Seminarphasen
Ich erläutere kurz, was das für Methoden sind und zu welcher Seminarphase sie gehören. Dann wäre es auch sinnvoll, wenn wir sie auch in der Reihenfolge machen. Also mit Einstiegsmethoden beginnen, und mit Auswertungsmethoden enden.
- Variante: Wiederholung
Jeder TN wählt nur eine Methode aus und jeder eine andere. Dann wird die erste aufgedeckt und der entsprechende TN erläutert dann, was das für eine Methode ist. Zu welcher Seminarphase sie gehört. Wie sie funktioniert. Also er erklärt die Methode.
Wenn jemand die Methode nicht kennt oder sich nicht erinnert, kann man die Frage weitergeben, einen Publikumsjoker nehmen oder als Trainerin erläutern. Auch hier hast du diverse Möglichkeiten.
3. Variante: Austausch
Ganz spannend wird es, wenn sich die Teilnehmenden darüber austauschen, ob und wie sie diese Methoden schon eingesetzt haben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Vielleicht sind dabei auch Fragen aufgetaucht oder noch weitere Varianten.
Du hast ein völlig anderes Thema?
Vielleicht denkst du, ja, beim Thema Seminarmethoden macht das Sinn. Aber bei meinem Thema?
Vielleicht musst du da ein wenig um die Ecke denken. (Oder schreib mir dein Thema in den Kommentar, dann überlege ich mir was, wenn du ein paar Stichworte lieferst).
Beispiel Zeitmanagement: Da könnten auf verschieden farbigen Kurznotizen stehen:
- orange: konkrete Probleme, die TN beim Zeitmanagement haben
- grün: konkrete Methoden
- rot: Theorie/ Prinzipien wie Pareto-Methode, Eisenhower-Prinzip etc.
- blau: Fragen
Beispiel Thema Führung:
rot: Führungsstile grün: konkrete Erfahrungen und Probleme aus der Praxis gelb: Methoden, Tipps blau: Erfahrungsaustausch
Das ist jetzt alles etwas allgemein, aber ich denke, dir wird da schon genug für dein Thema einfallen.
Technische Herstellung
Wie du die Methode bastelst, Kurznotizen erstellst, Punkte erstellst, duplizierst und vervielfältigst und leere Namensschildchen herstellst – all das zeige ich am Ende des Videos! Da spare ich mir jetzt, hier tausend Screenshots zu machen und das schriftlich zu erläutern, das kannst du dir in wenigen Minuten im Video anschauen.
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