Ich nenne die Methode “Wander Mind Map”. Wobei hier nicht die Mind Maps wandern, sondern die Gruppen, die daran arbeiten.

Es ist die Abwandlung einer Methode, die ich jahrelang in Präsenz-Seminaren eingesetzt habe.

Hier stelle ich dir die Präsenz-Variante und 2 Online-Varianten vor.

Du kannst sie für verschiedene Themen und in verschiedenen Seminarphasen nutzen. Ich stelle dir hier die Variante vor, die wir viele Jahre zu Seminarbeginn eingesetzt haben, um die Seminarerwartungen und auch Vorerfahrungen der Teilnehmenden zu erfahren.

Zusammenfassung

1 – Präsenz-Variante – Gruppen Mind Maps auf Tischen oder an Pinnwänden
2 – Online-Variante – alle auf einem Whiteboard
3 – Online-Variante – auf verschiedenen Whiteboards
4 – Beispiele von anderen Themen und in anderen Seminarphasen

1. Präsenz-Variante

Ich erkläre dir zuerst die Präsenz-Variante, damit das Grundprinzip deutlich wird. Dann fallen dir vielleicht auch noch weitere Online-Varianten ein. Da gibt es ja oft mehr Möglichkeiten als bei den Präsenz-Methoden. So ist meine Erfahrung.

Verlauf

Zum Einstieg in ein Seminar hatten wir 4 Flipcharts auf 4 verschiedenen Tischen liegen oder an 4 verschiedene Pinnwände gehängt. Im Querformat, weil man so besser ein Mind Map gestalten kann.

In der Mitte des Mind Maps steht jeweils eine andere Frage.

Beispiel von einem Train the Trainer Seminar:

1 – Das möchte ich hier ausprobieren…

2 – An Seminarmethoden kenne ich (und wer die Methode auch schon einsetzt, macht noch ein Symbol dahinter, bsp. eine kleine Hand)

3 – Ich möchte neue Methoden kennen lernen zu…

4 – Besondere Schwierigkeiten habe ich mit…

In der Mitte des Mind Maps steht die Frage: Wozu brauchen Sie kreative Methoden?

Das kannst du natürlich zu jedem Thema machen.

Ein weiteres Beispiel Zeitmanagement.

1.Was machst du schon in Punkto Zeitmanagement? Mit welchem Ergebnis? ( Ein Plus oder Minus-Zeichen dahinter) 2. Was sind deine Probleme beim Thema Zeitmanagement?

  1. Wozu hättest du gerne Hilfe, Tipps?
  2. usw.

Verlauf Bei 16 Teilnehmenden gibt es 4 Gruppen an 4 TN.

Jede Gruppe beginnt an einem Flipchart und notiert dort ihre Ideen oder Fragen in Mind Map Form. Das sollten sie so machen, dass zwischen den einzelnen Ästen noch Luft ist und die anderen Platz haben, da etwas zu ergänzen oder auch Unterpunkte anzubringen.

Nach einer vorher festgelegten Zeit (z.B. 5 Minuten) wandern alle zum nächsten Flipchart. Dazu habe ich dann eine Zimbel geschwungen als Signal. Das ist sehr stimmschonend. 🙂

Dann lesen sie, was die vorherigen geschrieben haben und ergänzen ihre Punkte. Sie können auch Fragen dazu schreiben, Unterideen oder ganz neue.

Wenn alle Gruppen an allen Flipcharts waren, werden diese sichtbar an ein oder zwei Pinnwänden aufgehängt und damit weitergearbeitet.

Du kannst jeder Gruppe ein bestimmte Farbe von Filzstiften geben, so sieht man nachher schneller, welche Gruppe was ergänzt hat.

2. Online-Varianten

Hier gibt es 2 Varianten: Einmal arbeiten alle Gruppen auf dem gleichen Whiteboard, bei der anderen Variante hat jede Gruppe ein eigenes Whiteboard.

Variante 1 – Alle auf einem Zoom-Whiteboard

Du hast für für jede Gruppe auf dem Zoom-Whiteboard ein Mind Map erstellt, in einem möglichst großen Abstand voneinander.

Dann schickst du die Gruppen in verschiedene Breakout-Rooms, damit sie dort sie miteinander sprechen können, ohne die anderen zu stören.

Gruppe A beginnt mit dem 1. Mind Map, Gruppe B mit dem 2. und Gruppe C mit dem 3. Mind Map usw.

Sie notieren in Mind Map Form ihre Antworten zu der Frage.

Dabei kann entweder jeder seine Stichworte schreiben oder sie sammeln diese mündlich und einer übernimmt den Schreibjob. Das können die Gruppen handhaben, wie sie wollen.

Wenn jeder selbst seine Notizen schreibt, ist es aber dennoch zu empfehlen, dass sie das einzeln und nacheinander machen. Damit sie auch darüber sprechen und das vielleicht kurz erläutern und nicht alle einfach stumm parallel vor sich hin schreiben. In den Gruppen soll ja auch schon ein kleiner Austausch stattfinden, wenn auch keine intensiven Diskussionen. Das kommt dann evtl. später.

Nach 5 Minuten beenden die Gruppen ihre Einträge und wandern zum nächsten Mind Map.

Zweites Mind Map

Wenn die Gruppen dann zum 2. Mind Map kommen, lesen sie erst einmal, was die anderen geschrieben haben. Und ergänzen dann ihre eigene Gedanken, Ideen, Wünsche – je nach Fragestellung.

Da es ja ein anderes Thema ist als beim vorherigen Mind Map, müssen sie noch einmal neu überlegen.

Nach 5 Minuten wandern sie dann zum 3. Mind Map usw.

Wenn alle Gruppen an allen Mind Maps geschrieben haben, kommen alle im Hauptraum zusammen.

Tipp: Timer auf dem Whiteboard

→ Auf dem Zoom-Whiteboard gibt es noch einen extra Timer, da können die Gruppen dann sehen, wenn ihre 5 Minuten vorbei sind und zum nächsten Mind Map wandern.

-> Natürlich sagst du ihnen vorher auch: “Ihr habt für jedes Mind Map 5 Minuten Zeit”, damit sie eine Orientierung haben.

→Und zusätzlich kannst du ja noch die Funktion nutzen, mit der du Nachrichten mündlich in die Gruppenräume übertragen kannst. “Ihr habt noch 1 Minute Zeit”, bevor sie dann in den nächsten Raum gehen.

Technische Frage

Was ich noch nicht ausprobieren konnte, ob die anderen Gruppen das sehen, wenn eine Gruppe ihr Whiteboard verschiebt. Was sie ja machen müssen, um an ihr Mind Map zu kommen. Es kann sein, dass man das rechts oben über den Filter einstellen kann, wem man folgt.

Variante 1 – Auf dem Miro-Whiteboard

Bei meinen Online-Seminaren zum Thema “Kreativitätstechniken” setze ich auch zusätzlich das Whiteboard von Miro ein. Dort kann ich diese Methode problemlos auf einem Whiteboard umsetzen.

Das ist groß genug, dass da mehrere Gruppen unabhängig voneinander an ihren Mind Maps arbeiten können.

Da setze ich dann auch noch eine ganz andere Variante von Gruppen Mind Map ein, die ich vielleicht später mal zeige. Da geht das alles noch viel eleganter, da können die TN durch einen Klick zum nächsten Mind Map springen durch eine bestimmte Verlinkung. Wie das geht, kannst du in meinem Buch: “Kreative und lebendige Live-Online-Seminare” nachlesen und sogar in einem Video dazu anschauen.

Weiterarbeit im Hauptraum

Hier schauen wir uns jetzt nacheinander die einzelnen Mind Maps an. Dazu übernehme ich als Trainerin die Rolle und verschiebe das Whiteboard an die entsprechende Stelle und alle sollen mir folgen. (Einstellung rechts oben auf dem Zoom Whiteboard).



Weiterarbeit in der Gesamtgruppe

Wenn alle Teilnehmenden alle Whiteboards noch einmal anschauen, können Sie mit Symbolen auswählen, womit und wie sie weiterarbeiten wollen.
Hier einige Beispiele:

  • Die TN bekommen für jedes Mind Map beispielsweise 3 Punkte und können diese neben ein Thema oder eine Frage packen, die sie gerne weiter besprechen oder bearbeiten möchten.
  • Sie können auch Fragezeichen verteilen, wenn sie etwas nicht verstanden haben.
  • Oder es kann auch ein Symbol für Diskussionsbedarf zugeordnet werden.

Da kannst du ja schauen, was für dein Thema passt. Es sollten aber nicht zu viele Möglichkeiten und Varianten sein, sondern eben dem Ziel dienen, das du mit dieser Methode erreichen willst.

Sollen sie an konkreten Punkten weiterarbeiten? Sollen sie über bestimmte Themen diskutieren? Entsprechend gestaltest du dann die Auswahl-Methode

Gemeinsame Seminarplanung

Diese Übung kann ja auch zur gemeinsamen Planung und Klärung dienen.

Wenn es beispielsweise um eine längere Schulung geht und auf dieser Basis der tatsächliche Seminarverlauf entwickelt werden soll, brauche ich als Trainerin nun auch Zeit, die Punkte auszuwählen und zu ordnen.

Und um anschließend die Planung mit den TN zu klären, was wir weiter vertiefen und was vielleicht nicht zum Seminarthema passt oder zeitlich nicht hinhaut oder warum auch immer.

Variante 2 – Verschiedene Whiteboards

Einfacher ist es sicher, wenn ich für jedes Mind Map eine eigenes Whiteboard vorbereite und es entsprechend durchnummeriere. Und die Gruppen nacheinander die verschiedenen Whiteboards öffnen bzw. in die verschiedenen Räume gehen, wo das entsprechende Whiteboard geöffnet ist.

Nach den 5 Minuten hole ich dann jeweils die Gruppen zurück und schiebe sie dann in den nächsten Raum.

Anschließend alle zusammen im Hauptraum

Dann kann ich anschließend im Hauptraum, wenn wir wieder alle zusammen sind, nach und nach die Whiteboards öffnen und wir können sie uns anschauen und damit weiterarbeiten.

Oder – das muss ich auch noch mal testen – die Teilnehmenden können selbst in den nächsten Raum gehen. Das setzt aber voraus, dass sie das auf die Reihe kriegen, sich die richtige Reihenfolge merken und an die Zeit halten. Sonst kann es ein nettes Chaos geben :-).

Andere Themen und andere Seminarphasen

Du kannst diese Methode nicht nur für die Seminarphase Einstieg und Seminarerwartungen nutzen.

Du kannst zu jedem Thema auf diese Art Vorerfahrungen, Praxiserfahrungen, aktuelle Probleme und Wünsche sammeln.

Es kann eine Vorbereitung für weitere Arbeitsgruppen sein, ein gemeinsames Brainstorming oder eine Ideensammlung. (Dafür habe ich aber eine NOCH bessere Methode – die ich vielleicht später mal verrate :-)).

Schau einfach bei deinem konkreten Seminar, wo es sinnvoll sein kann, mal kurz die Meinung oder Wünsche aller TN zu sammeln. Dann braucht auch nicht jedes Mind Map 5 Minuten, sondern es kann durchaus schneller gehen.

Der besondere Effekt der Methode

Der Unterschied zu den normalen Abfragen oder auch Abfragen mit Moderationskarten ist der, dass durch die Stichworte der vorherigen Gruppen den nächsten immer noch neue Dinge einfallen.

Indem alle alles lesen können, wird das gemeinsame Wissen und Denken noch viel intensiver angezapft, als wenn jeder alleine in den Chat oder auf eine Karte schreibt.

Das heißt, du bekommst in kürzerer Zeit sehr viel mehr Informationen oder Ideen zusammen – und eben auch vielseitigere durch die gegenseitige Inspiration.

Video: Wander-Mind Map auf dem Zoom-Whiteboard




Hier kannst du das Video anschauen

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Zamyat M. Klein
Seit 1991 freiberufliche Trainerin, Coach und Autorin von über 20 Fachbüchern zu Trainings und Methoden.
2006 Gründung der OAZE – Online-Akademie, wo sie Online-Trainer-Ausbildungen und Workshops zu interaktiven und kreativen Methoden für Online-Seminare gibt.

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