Eine Mitmach-Methode für dich alleine
Gehörst du zu der Trainer-Fraktion, die schon lange und gerne Online-Seminare anbietet oder zu denen, die dazu gar keine Lust haben und Online-Seminare einfach doof und langweilig finden. Oder zu kompliziert oder was auch immer. Oder du weißt es noch nicht so recht, ob das was für dich ist oder nicht.
Zusammenfassung
Eine Methode, mit der du deinen aktuellen Standpunkt hinsichtlich Online-Seminaren klären kannst.
1. Die eigene Position erarbeiten
2. Sich in die andere Position hineinversetzen
3. Bei Unklarheit Klärung schaffen
Methode zur eigenen Klärung und zum Austausch mit anderen Sichtweisen
Ich zeige dir hier eine Methode oder auch eine Art kreatives Spiel, wie du dir einmal alle Argumente von allen Seiten “anhören” kannst, was denn eigentlich für Online-Seminare spricht und was vielleicht auch dagegen spricht.
Und dir so vielleicht auch bei der Entscheidung helfen kann, ob du sie nun anbieten willst oder nicht.
Aber auch wenn du schon eine klare Position dazu hast, schadet es nichts, wenn du dir die Zeit dafür nimmst und das einmal ausprobierst.
Du kannst es mit Papier und Stift machen oder am PC. Oder auf dem Zoom-Whiteboard oder wie und wo auch immer du möchtest.
Frage an dich
Es gibt sehr viele gute Gründe, warum ich Online-Seminare anbiete.
Doch die Frage ist nun an dich gerichtet:
Was bewegt dich dazu Online-Seminare zu geben? Hast du dir darüber überhaupt schon mal Gedanken gemacht oder bist du nur irgendwie da rein geraten, weil es sich so ergeben hat. Oder weil Kunden danach gefragt haben?
Oder bist du (noch) total dagegen und kannst dir gar nicht vorstellen, jemals Online-Seminare zu machen? Und hast jedenfalls gar keine Lust dazu?
Die Methode, die ich dir nun zeige, kann hilfreich sein
- für deine eigene Klärung
- vielleicht auch für neue Motivationsschübe?
- oder auch für eine Entscheidung
- und dir auch helfen, dich auch in die Sicht anderer hineinzuversetzen. Das ist ja als Trainerin und Coach nie verkehrt, das immer mal wieder zu üben :-).
Was du dafür brauchst
Also, machst du mit?
Dann schnapp dir entweder ein Blatt Papier, noch besser sind kleine Zettel.
Vielleicht hast du auch so bunte Notizzettel oder Klebezettel, ansonsten markierst du die Zettel später auf der Rückseite mit 2 Farben, das reicht auch.

Zu welcher Gruppe gehörst du?
-> Jetzt musst du dich erst einmal entscheiden, in welcher Gruppe du mitspielst (auch wenn du es ganz alleine machst). 🙂
A: Gibst du schon Online-Seminare? Dann gehörst du jetzt im Folgenden zur Gruppe A.
B: Oder gibst du keine Online-Seminare und möchtest (bisher) auch keine anbieten. Dann ordne ich dich der Gruppe B zu. (Aber dann würdest du sicher meinen Newsletter nicht mehr lesen :-))
C: Vielleicht schwankst du noch, machst es noch nicht, aber überlegst, ob und wie… Dann bist du Gruppe C.
So, nun starten wir die Runde 1.
Besorge dir Stift und Papier oder öffne ein Whiteboard, damit du es gleich mitmachen kannst.
Runde 1: Dein momentaner Standpunkt
Aufgabe für Gruppe A: Notiere dir 10 Punkte pro, also warum du Online-Seminare anbietest und was du daran positiv findest. Und nimm dafür eine Farbe, die für die Pro ausdrückt z.B. gelb
Aufgabe für Gruppe B: Notiere dir 10, was du (noch) gegen Online-Seminare hast. Warum du sie nicht anbietest und auch nicht durchführen möchtest. Was spricht dagegen. Nimm dafür eine Farbe, die für dich Kontra ausdrückt, also z.B. rot.
Aufgabe für Gruppe C: Du notierst dir 5 Punkte, die für Online-Seminare sprechen und 5 Punkte, die für dich dagegensprechen. Such dir zwei Farben dafür aus, die zu Pro und Kontra passen.
- Lies erst weiter, wenn du die Runde 1 beendet hast…
Runde 2: Eine andere Sicht einnehmen
Jetzt ist Kreativität gefragt und die Fähigkeit, sich in andere Positionen hineinzuversetzen. Das ist für uns als Trainer:innen und Coaches ja eine Grundfähigkeit, die wir eh immer wieder trainieren sollten :-).
Aufgabe für Gruppe A: Notiere dir 10 Punkte kontra, was gegen Online-Seminare sprechen könnte oder was du selbst nicht so toll findest oder was du oft an Gegenargumenten hörst. Ganz gleich, es muss nicht deine eigene Meinung sein.
Nimm dazu eine andere Farbe als bei den ProArgumenten, z.B. rot.
Aufgabe für Gruppe B: Notiere dir 10 Punkte, was für Online-Seminare spricht. Auch wenn du selbst sie nicht so positiv findest, versuche dich da reinzudenken oder an Argumente von Kolleginnen zu erinnern, die gerne Online-Seminare geben.
Nimm dazu eine andere Farbe als bei den Kontra-Argumenten, z.B. gelb.
Aufgabe für Gruppe C: Du notierst dir weitere 5 Punkte, die für Online-Seminare sprechen und weitere 5 Punkte, die dagegen sprechen.
Nimm wieder die gleichen Farben für Pro und Kontra.
- Lies erst weiter, wenn du die Runde 1 beendet hast…
Auf zur nächsten Runde:
Runde 3: Mit dir selbst in eine Diskussions-Runde eintreten
Es ist toll, wenn du bis hierher mitgemacht hast, denn dann hast du dir schon eine Menge Gedanken gemacht und das Thema von unterschiedlichen Gesichtspunkten aus betrachtet. Das ist im Grund schon das Wichtigste.
Vielleicht sind dir tatsächlich auch neue Sichtweisen eingefallen, vielleicht hat sich sogar deine Meinung schon etwas verändert (wenn du in Gruppe B oder C bist)?
Vielleicht sind auch noch ganz neue Fragen aufgetaucht?
Oder du möchtest noch tiefer in das Thema einsteigen.
Dann kannst du noch die Runde 3 anhängen.
Gruppe A
Dreh die Zettel um, so dass du nur die Rückseite siehst und mische sie.
1 – Dann drehe einen gelben Pro-Zettel um, und überlege dazu noch weitere Punkte. Dabei können es weitere Pro-Argumente sein, die dir noch einfallen oder auch Kontra-Argumente. Aber bleibe so lange bei dem ersten Pro-Zettel, bis dir dazu nichts mehr einfällt.
2 – Dann drehe einen rote Kontra-Zettel um und verfahre genauso wie mit dem Pro-Zettel. Wenn du auch da alles notiert hast, was dir jetzt noch dazu einfällt, dann gehe zu Schritt 2.
3 – Lege nun den 1. Pro-Zettel neben den 1. Kontra-Zettel und schau einfach, ob dir durch diese Kombination noch weitere Ideen kommen.

Gruppe B
Dreh die Kärtchen um, so dass du nur die Rückseite siehst und mische sie.
1 – Dann drehe einen roten Kontra-Zettel um, und überlege dazu noch weitere Punkte. Dabei können es weitere Kontra-Argumente sein, die dir noch einfallen oder auch Pro-Argumente. Aber bleibe so lange bei dem ersten Kontra-Zettel, bis dir dazu nichts mehr einfällt.
2 – Dann drehe einen gelben Pro-Zettel um und verfahre genauso wie mit dem Kontra-Zettel. Wenn du auch da alles notiert hast, was dir jetzt noch dazu einfällt, dann gehe zu Schritt 2.
3 – Lege nun den 1. Kontra-Zettel neben den 1. Pro-Zettel und schau einfach, ob dir durch diese Kombination noch weitere Ideen kommen.
Gruppe C
Dreh die Kärtchen um, so dass du nur die Rückseite siehst und mische sie.
1 – Drehe nun einen Zettel um (ob rot oder gelb, ist bei dieser Gruppe egal). Überlege dazu noch weitere Punkte. Dabei können es weitere Kontra-Argumente sein, die dir noch einfallen oder auch Pro-Argumente. Aber bleibe so lange bei dem ersten Zettel, bis dir dazu nichts mehr einfällt.
2 – Dann drehst du einen Zettel der anderen Farbe um und verfahre genauso wie mit dem 1. Zettel.
3 – Dann legst du den 1. Kontra-Zettel neben den 1. Pro-Zettel und schau einfach, ob dir durch diese Kombination noch weitere Ideen kommen.
- Du hast so lange mitgemacht? Super!!
Abschluss
Und dann schau einfach mal, wie es dir jetzt geht, wie deine Haltung zu Online-Seminaren jetzt aussieht.
Ob sich etwas verändert hat oder bestärkt wurde?
Ob du interessante Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen hast?
Sind Fragen offengeblieben?
→ Dann notiere diese Fragen bitte und schreibe sie mir in den Kommentar. Vielleicht kann ich dir dann dazu Antworten oder Tipps geben oder wir starten eine spannende Diskussion, die auch für andere interessant sein kann.
Daher ist es toll, wenn du sie in den Kommentar schreibst, dann lernen noch viel mehr Menschen davon.
Liebe Zamyat,
das fand ich eine sehr schöne Übung, weil man für sich nochmal genauer klären kann, warum man das macht, was man macht. Ich liebe Online-Seminare, egal ob sie selber abhalten oder an anderen teilnehmen, weil das für mich sehr unkompliziert ist.
Aber durch diese Übung ist mir klar geworden, warum andere Menschen das vielleicht anders sehen und welche Gefühle bei ihnen damit vielleicht verbunden sein können. Und ich habe gesehen, dass ein Argument wie „einfach umzusetzen“ für jede etwas anderes bedeuten kann.
In jedem Fall haben wir deine Anregungen wieder mal gezeigt, wie wirksam es ist, sich über etwas schriftlich klarzuwerden.
Herzlichen Dank!
Liebe Grüße aus der Nähe von Nürnberg, Susanne
Liebe Susanne,
oh wie schön, du hast diese Übung gemacht und Erkenntnisse daraus gewonnen – das finde ich prima!
Ich wollte eigentlich gleichzeitig eine Methode für Seminare vorstellen, habe dann aber gemerkt, dass das viel zu viel auf einmal ist und man dies auch sehr gut alleine machen kann, um Dinge zu klären.
Die Seminarmethode kommt dann demnächst.
Und man kann diese Methode natürlich auch für jedes andere Pro- und Kontra-Thema nehmen.
Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen!