Ich habe ja neulich eine Umfrage durchgeführt, welche Befürchtungen und Herausforderungen Trainer und Coaches in Bezug auf Online-Formate und -Seminare haben?

Das bezieht sich vor allem auf solche, die noch keine oder kaum Erfahrungen mit Online-Veranstaltungen haben.

 

Nr.1 war eindeutig die Angst vor der Technik.

Vorher bei der Einrichtung, aber vor allem auch während eines Webinars.

Wie kann man das gleichzeitig bewältigen? Sich auf die Inhalte konzentrieren und auf die Teilnehmenden und dann auch noch die Technik im Blick haben.

Oft kamen auch solche Formulierungen: ”Und wenn die Technik streikt.”

 

Meine Erfahrungen seit 20 Jahren

Ich mache jetzt seit 20 Jahren unentwegt Online-Seminare. Gestreikt hat die Technik eigentlich noch nie.

Ja, es gab hin und wieder “Probleme”, die dann meist in der Regel auf Teilnehmer-Seite sind.

Da brauchst du in der Tat entspannte Nerven und auch schon ein wenig Erfahrung, um herauszubekommen, warum jetzt ein Teilnehmer seine Kamera nicht öffnen kann oder das Mikro nicht findet. Doch die meisten Teilnehmenden haben ja auch schon vorher oft an anderen Zoom-Veranstaltungen teilgenommen, da ist das selten wirklich ein Thema.

In den letzten Jahren mache ich Online-Seminare vor allem über Zoom. Weil es da vor allem die geringsten Probleme mit dem Einloggen der Teilnehmenden gibt. Sie klicken auf meinen Einladungslink und fertig!

Und weil Zoom inzwischen so viele kreative und interaktive Möglichkeiten hat, wie sonst kaum jemand.

Kniffliger wurde es schon bei dem Thema, ob sie über den Browser reinkommen oder über die App. Früher Zoom Client, heute Workspace.

Denn einige der interaktiven Tools konnten nur die Teilnehmenden nutzen, die über den Client eingewählt waren.

Aber auch das hat sich geändert, die Kommentierfunktion ist nun auch auf einem anderen Weg erreichbar.

 

 

Technik-Probleme bei Teilnehmenden

 

Tipp

Was immer die erste Empfehlung ist, wenn es bei Teilnehmern irgendwas nicht funktioniert (sie können nicht hören, nicht sehen, nicht schreiben, was auch immer): Sie sollen das Meeting verlassen und noch mal neu reinkommen.

Dann ist in der Regel das Problem behoben.

Tipp

Wenn jemand (wie ich gerade) im Ausland sitzt und eine schwache Internetverbindung hat, kannst du nicht viel machen. Lediglich empfehlen, die Webcam auszumachen, dann braucht es nicht so viel Bandbreite.

 

 

Technik und Technik

 

Technischer Rahmen

Es gibt die Technik, die du für die Einrichtung bei Zoom brauchst, wie du Teilnehmende stumm oder laut stellst, wie du dich anpinnst, deine PowerPoint-Folien zeigst, eine Bildschirmübertragung startest und eine Aufzeichnung machst etc. Das ist sozusagen der technische Rahmen

Tools für lebendiges Präsentieren und interaktive Methoden

Was aber viel wichtiger ist, ist die “Technik”, die interaktives Arbeiten ermöglicht.

Wie du dein Thema auf interessante und lebendige Weise präsentierst und die Teilnehmenden wirklich aktiv mit einbeziehst, nicht nur über den Chat!

Da solltest du in der Tat fit sein! Und nicht nur die vielen Tools und Möglichkeiten kennen, sondern eben auch souverän im Webinar einsetzen können. (Dazu weiter unten mehr..)

 

 

Was du gegen deine Scheu vor technischen Tools machen kannst

 

Es wäre sehr bedauerlich, wenn du aus Scheu vor der Technik keine Tools nutzt und dich auf einen PowerPoint-Vortrag beschränkst, weil du dich da sicher fühlst.

Denn du willst ja sicher auch, dass deine Teilnehmenden begeistert sind von deiner Veranstaltung und möglichst viel lernen und mitnehmen können. Und nicht vor Langeweile die Kamera ausschalten und nebenher die E-Mails checken.

Durch reine Vorträge lernt niemand optimal. Selbst wenn du eine der wenigen begnadeten Rednerinnen bist.

Damit deine Teilnehmenden wirklich etwas mitnehmen, sind interaktive Methoden das A und O – und dafür gibt es eben bei Zoom tolle technische Tools und Möglichkeiten.

 

 

Ja, das musst du lernen

 

Und in der Tat: den Umgang mit diesen Tools musst du lernen. So wie du ja auch eine Sprache lernst oder anderes, was du für deine Arbeit brauchst.

Das Schöne ist: du kannst es auch lernen. (Siehe weiter unten)
Es ist wahrscheinlich überhaupt nicht soo grauslich und schwierig, wie du dir das vorstellst.

In meinen Seminaren lernen das alle sowieso und gleich in der Anwendung, weil Technik ja nie ein Selbstzweck ist.
Du willst ja etwas ganz bestimmtes damit erreichen.
Eine besondere Methode einsetzen, deine Teilnehmer aktiv mit einbeziehen, etwas wunderbar visualisiert deutlich machen…

Daher lernst du bei mir Technik immer im direkten Zusammenhang mit der Anwendung, mit einer konkreten Methode.

Dann erschließt sich auch der Nutzen und du bist motivierter, dich damit “rumzuschlagen”. Und vielleicht musst du dich ja auch gar nicht rumschlagen, sondern hast Spaß dabei?

 

 

Damit du Technik im Webinar sicher einsetzen kannst

 

Auch wenn du weißt, wie du ein bestimmtes technisches Tool für eine Methode einsetzen kannst, weil du es in einem Video gesehen oder in einem Workshop bei mir einmal erlebt hast, reicht das nicht aus.

Bevor du es dann in einem Webinar einsetzt, musst du es üben!!

Vorher üben

Du kannst das alleine üben oder wenn du überhaupt noch ganz in den Anfängen bist und bei dem ganzen Webinar unsicher bist, ist es auch super, wenn du es mit leibhaftigen Menschen übst. Mit Freunden, Familie, Kollegen. Da kannst du dann auch testen und notieren: Wie lange brauche ich für welchen Teil? Wann klicke ich wo drauf?

Ich muss gestehen, zu meinen Anfangszeiten habe ich wirklich meine Webinar komplett vorher durchgespielt (alleine) und mir jeweils Notizen gemacht, wie lange ich für was gebraucht habe.

Und während du also dein Übungs-Webinar machst, bedienst du eben auch die notwendige Technik. Und wenn du merkst, dass du noch nicht so sicher bist, dann übst du es mehrmals.

Auch das ist in anderen Bereichen völlig normal, dass man Dinge, die man neu lernt, üben muss, ehe man sie souverän beherrscht. Aber bei Webinaren haben offensichtlich viele die Idee: entweder ich kann es von selbst oder ich lasse es.

Notizen mit Hinweisen für die Technische Bedienung: Wann und was

Ich habe meine Webinare immer sehr genau geplant und eine grobe Planung per Mind Map. Andere machen Trainer-Leitfäden oder Listen.

Wie auch immer: Mach dir an die entsprechende Stelle Notizen: Whiteboard öffnen Breakout-Rooms einrichten usw.

Und wenn du noch ganz am Anfang bist, schreib dir auch ruhig genauer die einzelnen Handgriffe auf. Denn gerade wenn man am Anfang ein wenig aufgeregt ist, ist das enorm hilfreich.

 

 

Und wie lernen das deine Teilnehmenden?

 

Einige Trainer und Coaches begründeten ihren Nicht-Einsatz von anderen Tools außer dem Chat damit, dass sie ihre Teilnehmenden nicht überfordern wollen.

Dass die sich ja nicht damit auskennen und das nur Stress macht und unheimlich viel Zeit kostet, denen das extra beizubringen.

Naja…

Wenn dir allerdings ein interaktives Webinar mit abwechslungsreichen Methoden wichtig ist, bei dem deine Teilnehmenden nicht nur passive Zuhörer sind und nur mal Fragen in den Chat schreiben dürfen, dann habe ich auch hier Tipps für dich.

Ich nehme mal ein konkretes Beispiel. Du hast eine PowerPoint-Folie vorbereitet mit vier verschiedenen Feldern oder mit einem Diagramm oder mit 5 verschiedenen Fotos drauf – was auch immer.

Und die Teilnehmenden sollen nun einen Stempel setzen. Bei den vier Feldern kann es um Vorerfahrungen ums Thema gehen, so dass du einen schnellen Überblick erhältst, wer was schon kennt oder nutzt. Beim Diagramm kann es darum gehen, was sie am häufigsten nutzen, am liebsten machen… Bei den Fotos sollen sie das auswählen, was zur Frage am besten für sie passt oder zu ihrer Stimmung oder als Auswertung – da gibt es hundert Möglichkeiten.

Ja, und da müssen sie eben vorher lernen wie man so einen Stempel setzt.

Dazu folgender Tipp:

Bitte nicht einfach erklären, “du findet oben rechts einen Button mit …”, sondern:

  1. du zeigst Screenshots, wo sie genau sehen, wo sie was finden, in diesem Fall die Kommentierfunktion

  2. dann den zweiten Screenshot, wenn sie draufgeklickt haben und sich ein Menüfenster öffnet – was sie nun anklicken sollen (das kannst du vorher mit einem roten Pfeil markieren)

  3. dann einen dritten Screenshot, wo sie den Pfeil finden, mit dem sie den Stempel setzen

    und das ist jetzt das Wichtigste

4. dann öffnest du eine leere Folie, wo alle das ausprobieren können.

Sie stempeln dann alle wie wild drauf los und probieren auch gleich verschiedene Farben aus – und wer das nicht findet, kann in der Zeit fragen und du erklärst und zeigst es noch mal.

Sie werden für Sekunden wie die Kinder, die rumspielen dürfen, das ist also gleichzeitig ein kleiner Energizer zum Muntermachen.

5. Und anschließend zeigst du dann noch mal die Folie, auf der sie real den Stempel setzen sollen und dann machen sie das.

Das klingt jetzt vielleicht etwas umständlich.
Aber die Screenshots hast du vorher in 5 Minuten vorbereitet, die Erklärung und zeigen dauert auch nur 3 Minuten und das rumspielen und ausprobieren 2 Minuten.
Also im Webinar 5 Minuten –
und niemand hat dabei das Gefühl: “Ohhh, jetzt geht es um schlimme Technik”. “Oje, jetzt muss ich Technik lernen”. Nix,nada. Das läuft ganz nebenbei. Und sie sind ganz stolz, dass sie es geschafft haben und freuen sich an dem bunten Ergebnis.

(Zusatz-Tipp: Und solche Ergebnisse packe ich dann anschließend auch immer in das Handout, das sie nach dem Webinar bekommen).

Das bedeutet zudem, du zeigst und lehrst immer nur die Technik-Tools, die gerade dran sind, weil du eine bestimmte Methode einsetzen möchtest. Und nicht alles auf einen Schlag. Das wäre wirklich eine Überforderung und würde sich auch kein Mensch merken können.

 

 

So lernst du Tools für interaktive Methoden kennen und nutzen

 

Was aber viel wichtiger ist, ist die “Technik”, die interaktives Arbeiten ermöglicht.

Da solltest du in der Tat fit sein! Und nicht nur die vielen Tools und Möglichkeiten kennen, sondern eben auch souverän im Webinar einsetzen.

Ich habe dazu schon einige Videos auf meinem YouTube-Kanal.

Da findest du einiges in meiner Playlist: “Zoom – Tools, Methoden und Tipps”.

(Kleine Anmerkung: Da sich bei Zoom sehr häufig was ändert, gibt es in den Videos immer wieder mal Beispiele, die so nicht mehr stimmen, wo der Button an einer anderen Stelle ist oder das Icon nun anders aussieht. Also nicht verwirren lassen)

Manchmal biete ich dazu auch spezielle Workshops an, welche tollen Tools es bei Zoom gibt.

Während ich das hier schreibe, kommt mir die Idee, dass ich das ja noch mal machen könnte :-).

Wenn du Interesse daran hast, melde dich doch per E-Mail, dann schaue ich, wann ich das noch mal anbieten kann und gebe dir dann Bescheid.

Oder du kannst dazu auch ein Einzelcoaching bei mir buchen, wo wir dann ganz gezielt das aussuchen, was du für dein Thema brauchen kannst.

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Wer schreibt hier?

Zamyat M. Klein ist Diplom-Pädagogin, Train-the-Trainer-Expertin und Kreativitätstrainerin mit über 40 Jahren Erfahrung.

Sie ist Gründerin der OAZE Online-Akademie und Autorin von mehr als 20 Büchern rund um kreative Seminarmethoden – darunter “Kreative und lebendige Live-Online-Seminare” und „150 kreative Webinar-Methoden“.

Seit 2006 entwickelt sie lebendige und interaktive Online-Seminare, die Teilnehmende wirklich begeistern.

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