Thema und Zielgruppe für dein Online-Angebot
Zusammenfassung
Dein Thema ist grundsätzlich für viele Menschen passend und hilfreich.
Doch damit dein Angebot wahrgenommen wird, solltest du es konkreter formulieren.
Auch deine Zielgruppe sollte möglichst konkret sein, damit sich genau die richtigen Menschen angesprochen fühlen.
Dein Thema
„Also, ich kann alles, was mit dem Thema Lernen zu tun hat. Ich habe dazu auch ganz viele Fortbildungen gemacht.“
„Ich kann nicht nur das Thema ‚Stressbewältigung‘, ich habe auch das Thema ‚Motivation‘ und ‚Zeitmanagement‘ im Angebot. Und ‚Kommunikation‘ in Teams und ‚Führen ohne Druck‘.“
Es mag sein, dass du das alles wunderbar kannst und dazu tolle Methoden kennst und diverse Weiterbildungen dazu gemacht hast (frag mich mal! :-)), aber wenn du das so kunterbunt auf deiner Webseite anbietest, nimmt niemand wahr, wofür du stehst.
So einen Bauchladen nimmt auch niemand ernst. „Die kann alles und nix!“, wird da mancher denken.
Wofür bist DU die Expertin? Wie unterscheidest du dich von den tausend anderen, die auch dieses Thema anbieten?
Das muss deutlich werden und zwar ziemlich schnell und eindeutig.
Was ist deine Besonderheit, mit der du dich zeigen willst?
Womit gewinnst du die Wunschkunden, die zu dir passen und die du anziehen möchtest?
All das musst du zuerst klären, ehe du mit deinem Angebot in die Öffentlichkeit gehst.
Und eng damit zusammen hängt natürlich auch die Zielgruppe. Für wen genau bietest du dieses Thema an?
Wer profitiert davon am meisten, sucht händeringend nach einer Lösung für dieses Problem, für das du ein Angebot entwickelt hast?
Deine Zielgruppe
„Also mein Angebot kann jeder gebrauchen, das ist eigentlich für alle geeignet.“
Diesen Satz höre ich immer wieder.
Und häufig stimmt er sogar.
Stressbewältigung kann fast jedem helfen.
Kreativitätstechniken können sehr viele Menschen gebrauchen.
Und gute Online-Methoden sind für Trainerinnen aus ganz unterschiedlichen Bereichen sinnvoll.
Trotzdem ist „für alle“ keine gute Beschreibung für ein Angebot. Denn wenn du alle ansprichst, fühlt sich kaum jemand wirklich gemeint.
Es ist sinnvoll, dein Angebot vom Thema oder von der Zielgruppe her spezifischer zu formulieren.
Bleiben wir beim Beispiel-Thema „Stressbewältigung“.
Dann könnte ein Angebot heißen:
– Stressbewältigung für Mütter mit kleinen Kindern
– Entspannt präsentieren trotz Lampenfieber
– Gelassener durch anstrengende Arbeitstage
Und selbst diese Beispiele könnte man sogar noch weiter eingrenzen, wer da Lampenfieber hat: Musiker, Trainer, Angestellte, die eine Präsentation halten müssen etc..
Oder Mütter mit Schulkindern oder mit kleinen Kindern oder die gleichzeitig berufstätig sind.
Wenn du das so konkret formulierst, schließt das nicht unbedingt alle anderen aus. Aber die Menschen, die genau das betreffen, merken sofort:
Das ist für mich!
Die weiß, wovon sie spricht und wie es mir geht! Die ist da Expertin, weil sie genau die Beispiele bringt, die mich täglich nerven.
? Wie konkret sind dein Thema und deine Zielgruppe schon?
⇒ Schreib das doch gerne in den Kommentar, vielleicht können wir gemeinsam überlegen.
Und dazu noch mal aus dem Nähkästchen.
Meine eigene Geschichte als Beispiel
Bei mir war zwar die Zielgruppe klar: zuerst waren es Lehrer:innen und Ausbilder:innen in bestimmten Maßnahmen, später dann Trainer:innen.
Doch anfangs hatte ich auch meinen beliebten Bauchladen mit Themen, die ich in der Tat auch alle „konnte“ und womit ich viel Erfahrung hatte und sogar etliche Ausbildungen dazu gemacht hatte. Trotzdem macht es dich nach außen hin nicht unbedingt glaubwürdig, dass du da eine besondere Expertin bist.
Bei mir waren das Ganzheitliches Lehren und Lernen, Lerntechniken, Prüfungsangst, Lernblockaden – da kann man noch sagen, ok, das hängt thematisch eng beieinander.
Hinzu kamen dann noch Motivation, Stressbewältigung und Zeitmanagement.
Auch solche Klassiker, die tausend andere Trainer auch anbieten.
So lange ich in meiner Bubble Lehrer und Ausbilder in diesen speziellen Maßnahmen blieb, war das auch kein Problem. Da war es im Programm und das wurde gebucht.
Aber als ich nach draußen in die weite Welt ging, da sah es dann schon anders aus.
Und nach langem Ringen und Leiden habe ich mich dann auf zwei Themen beschränkt, mit denen ich dann nach draußen ging.
- Kreativitätstechniken
- Train the Trainer
Und an diesen Themen wird das Dilemma der Konkretisierung noch einmal so richtig schön deutlich.
Beispiel Kreativitätstechniken
Bei dem Thema Kreativitätstechniken ergab sich das gleiche Problem, das ich am Beispiel Stressbewältigung geschildert habe.
Kreative Ideenfindung kann wirklich jeder brauchen. Egal ob Selbständig oder Angestellt, ob Trainerin oder Coach, ob Mitarbeiterin oder Führungskraft.
So lange ich das in Akademien und in Firmen anbot, war das auch ok, die konnten mit dem Begriff was anfangen.
Und da ich das so gestaltete, dass sie mit ihren ganz unterschiedlichen Themen kommen konnten und ich dann die Methoden vorstellte, klappte das in der Praxis auch prima.
Jeder setzte die Methoden dann für seine konkreten Themen ein. Und hatte 2 Fliegen mit einer Klappe.
1 – Eine neue Kreativitätstechnik kennengelernt
2 – Und diese auch sofort auf ein eigens Thema angewandt und dazu Ideen gesammelt und eine konkrete Umsetzung geplant.
Aber so auf dem freien Markt?
Oder bei meinen Türkei-Seminaren, wo wir auch genau damit arbeiten in Kombination mit kleinen Kreativ-Wanderungen und anderem?
Da musste ich dann auch konkreter werden.
Beispielsweise berufliche Umorientierung, Neuorientierung.
Oder ein Herzensprojekt planen.
Doch auch das ist eigentlich noch zu allgemein. Konkreter wäre für “Frauen ab 50” oder ????
Ehrlich gesagt habe ich bei dem Thema auch noch nicht den Stein des Weisen gefunden.
Train the Trainer
Start
Das scheint erst einmal klarer zu sein.
Mein Schwerpunkt war von Anfang an “Kreative Seminarmethoden”.
Mir war immer klar: Ich bin die Praktikerin!
Ich halte keine langen Vorträge über Kommunikation oder Trainer-Rolle, sie lernen ganz konkrete Methoden kennen, die sie sofort am nächsten Tag in ihren Seminaren nutzen können.
Klar gibt es auch kleine Theorie-Inputs, aber auch diese mit lebendigen Methoden.
Nur noch Online-Seminare: Online-Trainer-Ausbildungen
Dann wurde sogar diese Zielgruppe noch “enger”, seit ich 2019 einen schweren Autounfall hatte und lange Zeit nicht gehen, geschweige denn fahren konnte.
Da ich schon seit 2006 auch Online-Seminare gab und Seminare für Online-Trainer habe ich meine Zielgruppe entsprechend konkretisiert und auch das Format. Ich biete seitdem nur noch Online-Seminare an.
Train the Online-Trainer.
Und lange Zeit habe ich mich auch hier vor allem auf die Seminarplanung und -Gestaltung und die entsprechenden Methoden konzentriert.
Wobei bei Online-Seminaren allerdings das Thema “Technik” dazu gehört. Auf welchen Plattformen die Seminare stattfinden und welche Tools ich da für meine interaktiven Methoden nutzen kann.
Online-Angebote
Und tatsächlich bin ich gerade wieder in einer Umorientierung, ich drehe das Online-Rad noch etwas weiter.
Denn ich erlebe in den letzten Jahren, dass unglaublich viele Menschen auf den Online-Markt strömen und Online-Angebote auf den Markt bringen wollen. Ob zu Marketing-Themen, zu Gesundheit und Ernährung, spirituelle Themen oder wie man reich wird. Alles tummelt sich inzwischen online und macht entsprechende “Verkaufs-Webinare”.
In denen sie ihr Angebot vorstellen und am Ende natürlich auch verkaufen wollen.
Das ist ja völlig in Ordnung.
Wenn ich ein gutes Angebot habe, das Menschen bei einem bestimmen Thema hilft, ist es ja gut, dass sie dann davon erfahren und die Möglichkeit haben, das zu buchen.
Da gibt es noch eine Menge zu tun – Online-Angebote anbieten und verkaufen
Ich besuche schon rein interessehalber viele solcher Angebots- und Verkaufs-Webinare.
Und habe eben festgestellt, die meisten sind ja keine Trainer:innen. Und von daher haben sie zwar Ahnung von ihrem Thema, aber nicht, wie sie das auf gute Weise vorstellen.
Ein PowerPoint-Vortrag löst selten Begeisterungsstürme aus.
Und nur erzählen, wie toll ich bin und was ich alles Tolles gemacht habe und wie begeistert meine früheren Kunden sind – ehrlich, das alleine reicht auch nicht wirklich.
Viel besser ist es doch, wenn die Teilnehmenden solcher Webinare nicht nur erzählt bekommen, sondern selbst erleben und erfahren können:
”Ohhh, die weiß wirklich wovon sie spricht!”
”Ah, das hilft mir jetzt schon ganz konkret weiter.”
”Ach, und sympathisch finde ich sie auch, mit der würde ich gerne weiterarbeiten.”
”Ha, bei dem geht es sogar lustig zu, der Humor gefällt mir!”
Das sorgt zumindest dafür, dass die Teilnehmenden dabei bleiben und dir zuhören und zuschauen (und hoffentlich auch mitmachen) bei dem, was du dort an Thema und Lösungen vorstellst.
Wenn du dann solche ein Webinar anbietest, in dem du dein Online – Angebot vorstellst, willst du ja möglichst viele Interessenten gewinnen.
Der erste Schritt dazu ist, das richtige Thema, das sehr konkret zeigt, worum es geht und die passende Zielgruppe, damit sich möglichst viele angesprochen fühlen und zu deinem Live-Angebots-Webinar anmelden. Und anschließend hochinteressiert sind, mit dir weiterzuarbeiten.
Die weiteren Schritte habe ich hier im Beitrag: “Was brauchst du eigentlich alles für dein Online-Angebot” erläutert und zu den einzelnen Kapiteln gibt es dann weitere Beiträge.
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