Wenn von Online-Programmen oder Online-Kursen die Rede ist, gibt es ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was sich dahinter verbirgt.
In der Tat gibt es unzählige Varianten und auch keine festgelegte Definition. Daher musst du zum einen schauen, welches Format für dein Thema und deine Zielgruppe am besten geeignet ist und zum anderen, wie du das auch ganz klar nach außen kommunizierst, was du da wie anbietest.
Denn wenn Kundinnen sich anmelden und dann etwas ganz anderes vorfinden, als sie aufgrund bisheriger Erfahrungen erwartet haben, ist das auch nicht schön.
Grobe Aufteilung: synchron und asynchron
Zuerst einmal ist die generellste Unterscheidung synchron oder asynchron.
Synchron bedeutet: ihr trefft euch gleichzeitig auf einer Webinar-Plattform und macht einen Live-Workshop oder Live-Call oder Live-Online-Seminare – oder wie immer du das Kind nennen willst.
Asynchron bedeutet: Es gibt Videos und Texte auf einer Plattform, wo jeder arbeiten kann, wann er möchte.
Je nach Plattform gibt es dort auch Foren, wo sich die Teilnehmenden schriftlich austauschen können oder auch mit der Trainerin arbeiten können.
Austausch in einem Forum
Als ich 2006 mit Online-Seminaren begann, gab es nur solche Foren, wo wir uns schriftlich ausgetauscht haben.
Es gab nicht einmal Videos, nur Texte, Skripts mit Aufgaben und Übungen.
Wir stellten die Antworten dann ein, die Trainerin hat alles gelesen und kommentiert und beantwortet, Gegenfragen gestellt – so dass eine wirklich intensive Arbeit möglich war.
Auch die Teilnehmenden untereinander konnten kommentieren und sich austauschen.
Das mag heute altbacken klingen, ich finde es aber immer noch eine sehr wertvolle Arbeit, die ich in der Intensiv-Variante meiner Online-Trainer-Ausbildung daher auch mit angeboten habe.
Denn so kann ich intensiv mit jeder Teilnehmerin einzeln an ihrem Seminarkonzept arbeiten, auf ihre individuellen Fragen und Themen eingehen.
Natürlich geht das nur mit kleinen Gruppen.
Für die Teilnehmerinnen ist es aber ein enormer Gewinn und auch mir als Trainerin machte genau das auch ungeheuren Spaß. Denn da konnte man wirklich in die Tiefe gehen, gemeinsam neue Methoden austüfteln, da wurde zu einem Thema, einer Methode etliche Male hin und her geschrieben.
Und anders als bei Facebook- oder sonstigen -Gruppen findet man auch alle Beiträge sofort, weil es eine feste Struktur und Übersicht gibt und die Beiträge nicht auf einem Feed so durchflutschen und man sich zu Tode scrollt, um frühere Beiträge zu finden.
Ich nutze für diese Arbeit ja schon seit vielen Jahren Moodle.
Aber zum Thema Plattformen gibt es demnächst einen eigenen Beitrag.
Varianten und Verbindung verschiedener Formate
Optimal finde ich persönlich eine Verbindung von synchron und asynchron.
Live miteinander arbeiten, in einem Workshop die Teilnehmenden Dinge wirklich erleben und ausprobieren lassen. Das ist gerade bei dem Thema “interaktive Online-Methoden” natürlich ganz wichtig. Nur erzählen, was alles möglich wäre bringt längst nicht den Effekt, wie es persönlich auszuprobieren und selbst zu erleben.
Da es bei mir immer jede Menge Stoff und Methoden und auch noch technische Themen gibt, finde ich es aber ebenso wichtig, dazu auch noch schriftliches Material zur Nacharbeit anzubieten.
Es gibt bei mir immer ein ausführliches Handout, das nicht nur aus den Folien besteht, sondern unter den Folien stehen Erläuterungen und bei Methoden die ganz genaue Methoden-Beschreibung.
Dann gibt es in der Akademie auch die Aufzeichnung zum Nachschauen und ein ausführliches Skript zu dem Thema des Workshops.
Und je nach Variante eben auch noch die Möglichkeit, sich in der Akademie in Foren auszutauschen und nachzufragen und an Themen weiterzuarbeiten.
Selbstlernkurse
Auf dem Markt werden sehr viele Selbstlernkurse angeboten.
Das sind in der Regel Videos, manchmal mit Texten oder Workbooks dabei, wo sich jeder in seinem Tempo alleine durcharbeitet.
Ich kann gar nicht sagen, wie viele solcher Kurse ich gebucht habe, die teilweise völlig ungenutzt irgendwo rumlungern.
Einige habe ich aber auch durchgearbeitet.
Selbstlernkurse finde ich persönlich sinnvoll bei technischen Themen.
Da hilft es mir auf einem Video zu sehen, “so und so lege ich bei Notion eine Datenbank an” und dann kann ich das Video jeweils stoppen und es selbst nachmachen.
Ich habe auch immer wieder Malkurse gebucht. Auch da kann ich ja dann parallel vor mich hinmalen und das Video stoppen, wenn ich nicht so schnell bin. Gleichzeitig merke ich aber auch da: Viele Kurse habe ich nie fertig gemacht. Dafür gehe ich aber durchaus öfter zu solchen Live-Mal-Sessions und mache dann einen Abend da mit.
Live Calls als Ergänzung
Bei vielen Selbstlernkursen gibt es aber Live-Calls, bei denen man dann Fragen zu den Lektionen stellen kann.
Oft läuft das dann aber nur über den Chat. Die Teilnehmerinnen stellen ihre Frage im Chat, die Trainerin antwortet. Das erlebe ich vor allem bei großen Gruppen so und finde das nicht wirklich befriedigend. Denn man kann nicht noch mal nachfragen, nicht wirklich in die Tiefe gehen und muss Glück haben, dass die Trainerin die Frage richtig verstanden hat.
Manchmal dürfen die Teilnehmerinnen allerdings auch das Mikro einschalten und sprechen. Das finde ich für Q & A auch sehr sinnvoll.
Beide Formen können aber auch für alle anderen sehr langwierig und langweilig sein, wenn es gar nicht ihre eigenen Themen und Fragen betrifft. Da wartet man dann eine halbe Stunde, ehe die eigene Frage in 3 Minuten beantwortet wird.
Live-Online-Seminare oder Live-Workshops
Etwas ganz anderes sind richtige Live-Online-Seminare. Da geht es nicht um Fragen, sondern da findet ein richtiges Seminar oder ein Workshop statt, wie du es aus Präsenz-Seminaren kennst.
Da gibt es vielleicht immer wieder mal einen Trainer-Input, aber es wird vor allem gemeinsam an Themen gearbeitet mit ganz vielen unterschiedlichen Methoden. Wo die Teilnehmenden die ganze Zeit aktiv eingebunden sind.
So ist der Lerneffekt natürlich um ein Vielfaches höher als bei reinen Vorträgen oder Selbstlernkursen.
Die Teilnehmenden erleben, wie etwas funktioniert und zumindest in meinen Live-Online-Seminaren dürfen sie natürlich auch sprechen, direkt nachfragen und es findet ein reger Austausch in der Gesamtgruppe und in Arbeitsgruppen statt.
Wie ich oben schon schrieb, ergänze ich das mit Workbooks, Skripts, Videos, Aufzeichnungen in meiner OAZE – Online-Akademie und evtl. Austausch in einem Forum.
Workshops zu bestimmten Themen
Es kann auch sinnvoll sein, zwischendurch Workshops zu ganz konkreten Themen einzubauen, die während der Weiterbildung auftauchen.
Vielfältige Varianten
Ich selbst nehme ja gerade an einem sehr intensiven langen Weiterbildungsprogramm bei UP-Lift* teil, wo ich noch viel mehr Varianten erlebe.
(Wenn dich das Programm interessiert: Es findet ab 14. September wieder ein 10-tägiger kostenloser Workshop mit Susanne und Nicole statt, wo du sie und ihre Arbeit kennenlernen kannst und dir auch schon für viele Themen Klarheit verschaffen kannst. Mir hat diese kostenlose Challenge damals schon sehr viel gebracht!
Hier kannst du dich dazu anmelden*.)
Da gibt es täglich mehrere Workshops und Calls, wo ich mir das aussuchen kann, was ich gerade brauche, was gerade zu dem Kapitel passt, das ich durcharbeite.
Diese haben auch ganz unterschiedliche Formate. Bei manchen Coachings komme ich mit einem bestimmten Thema, einer bestimmten Frage. Die entsprechende Trainerin oder Coach nimmt sich da aber erheblich mehr Zeit, als ich das sonst gewohnt bin, so dass mein Thema wirklich behandelt wird.
Oder es gibt erst einen Input zu einem Thema und einen anschließenden Austausch. Jede, die sich meldet, kommt der Reihe nach dran. Und bekommt auch hier mehr als nur drei Standardsätze als Antwort, sondern es geht wirklich in die Tiefe und hilft mir weiter.
So ein Angebot kann man als Einzeltrainerin natürlich nicht stemmen, aber ich nehme dennoch viele Anregungen davon mit.
Welches Format passt für dein Angebot?
Vielleicht findest du für dich noch ganz andere Varianten?
Wenn du neu mit einem Angebot auf den Markt gehst, dann brauchst du auch nicht sofort am Anfang die perfekte Lösung. Das kann sich auch nach und nach entwickeln, wenn du siehst, was hilfreich ist und was gefragt wird.
Doch du musst dich für einen grundsätzlichen Aufbau entscheiden, den du dann auch kommunizierst, wenn du dein Angebot vorstellst.
Damit Interessentinnen auch wissen, was sie konkret erwartet.
In welchem Rahmen es stattfindet, live oder asynchron oder eine Kombination, in welchem zeitlichen Umfang usw.
→ Wenn du dein Format schon klar hast, dann schreib es mir doch in den Kommentar. Oder auch, wenn du Fragen zu hast.
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Wer schreibt hier?
Zamyat M. Klein ist Diplom-Pädagogin, Train-the-Trainer-Expertin und Kreativitätstrainerin mit über 40 Jahren Erfahrung.
Sie ist Gründerin der OAZE Online-Akademie und Autorin von mehr als 20 Büchern rund um kreative Seminarmethoden – darunter “Kreative und lebendige Live-Online-Seminare” und „150 kreative Webinar-Methoden“.
Seit 2006 entwickelt sie lebendige und interaktive Online-Seminare, die Teilnehmende wirklich begeistern.
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