Aus der Reihe: Welche Online-Formate gibt es? Teil 3, Online-Kurse

Online-Kurse

Ich habe keine Ahnung, ob das nun die offizielle Bezeichnung für das Format ist, das ich gleich erläutere, aber für mich war es der Durchbruch zur Unterscheidung von Online-Seminaren, wie ich sie durchführe und in den ersten beiden Teilen der Reihe gezeigt habe.

Die beiden vorigen Formate gehören für mich zu der Kategorie „Mit Trainer-Begleitung“ und zwar eins zu eins. Es sind Live-Online-Seminare und die Arbeit in einem LMS, wo ich die Teilnehmer bei allen Übungen und Schritten begleite und mit ihnen regelmäßig kommuniziere.

Selbstlernkurse ohne Trainer-Begleitung

Online-Kurse gehören für mich eher zur Kategorie „ohne Trainer-Begleitung“, auch wenn das so ganz nicht stimmt. Es gibt da eben unterschiedliche Varianten mit unterschiedlichem Trainer-Einsatz.
Von der Tendenz her sind es aber eher Selbstlernkurse, die partiell (aber eben nicht so Schritt für Schritt wie in Teil 2 beschrieben) von Trainern begleitet werden. Aber der Reihe nach.

Videos und Texte

Online-Kurse stellen Lern-Material zu einem Thema zur Verfügung, ich selbst habe einige zu Marketing-Themen gebucht.
Da finde ich auf einer Plattform wie Digimember oder Elopage oder einer eigenen Webseite die Materialien. Das sind oft Videos, manchmal gibt es dazu ergänzende Arbeitsblätter oder Texte. Manche stellen auch alles, was sie auf den Videos erzählen als Text transkribiert dazu ein.
Ich persönlich brauche unbedingt solche Texte. Nur Videos sind für mich zu anstrengend. Wenn ich später nach der ersten Durchsicht etwas nachschauen will, habe ich schneller einen Text überflogen als stundenlang durch Videos zu scrollen und die richtige Stelle zu suchen.

Videos machen für mich vor allem dann Sinn, wenn dort konkret etwas gezeigt wird. Wie ich eine bestimmte Software einrichte, meine Webseite gestalte, einen neuen E-Mail Provider einrichte etc. Da sind Videos das beste Mittel, weil ich genau sehen kann: Jetzt muss ich hier klicken, da was eintragen, dann klicke ich da etc.

Mit zwei Monitoren macht das Arbeiten dann Spaß. Auf dem einen Monitor schaue ich das Video an, auf dem anderen tu ich das, was dort gezeigt wird.

Es gibt aber auch Videos, wo jemand nur etwas erzählt – und das finde ich in der Regel überflüssig. Wenn es nur um Input geht, dann lese ich das lieber. Da aber die Lerntypen verschieden sind, ist es sicher gut, beides anzubieten. Videos und Texte.

Da manche der Video-Kurse sehr umfangreich sind und oft über Monate gehen, haben viele Trainer erkannt, dass es da noch etwas mehr braucht, um die Teilnehmer wirklich bei der Stange zu halten und die Motivation hochzuhalten.

Daher gibt es oft Ergänzungen, wovon ich nur zwei nenne – und mit den anderen Formaten vergleiche.

Facebook-Gruppen (statt LMS oder Forum)

Zu all diesen Online-Kurse gibt es geschlossene oder geheime Facebook-Gruppen. Nach meiner Erfahrung in diesen Kursen passiert da auch sehr viel. Es ist natürlich nur ein Bruchteil der Teilnehmer, die sich dort aktiv beteiligen, aber bei einer so großen Teilnehmerzahl, die oft solche Kurse buchen, sind es immer noch viele.
Das ist (von Trainer-Seite aus) ein genialer Trick. Denn eine lebhafte Gruppe sorgt von selbst für eine hohe Motivation der Teilnehmer, zumindest, wenn sie so ticken wie ich. Völlig alleine einen Selbstlernkurs über Monate durchzuarbeiten würde mir nur halb so viel Spaß machen. Durch die Fragen und Kommentare der anderen bleibe ich mehr in Schwung, bekomme Inspiration und oft auch Hilfe.

Denn hier übernehmen die anderen Teilnehmer oft den Job des Trainers. Sie beantworten Fragen und geben Tipps und stellen Links ein.

Auch wenn beim Kursverkauf damit geworben wird, dass die Trainerin in der Facebook Gruppe alle unsere Fragen beantwortet, habe ich das bisher nicht wirklich erlebt. Selbst nicht, wenn sie dafür eigens noch Mitarbeiter eingestellt haben. Man muss schon sehr hartnäckig sein und ggf. seine Fragen immer wieder stellen, dass sie dann auch beantwortet werden. Das sind dann aber oft nur mal ein paar Sätze – und das war’s dann. Ich kann dort nicht intensiv an einem Thema arbeiten und Dinge klären, sondern kleine technische Fragen stellen, die mit zwei Sätze zu beantworten sind.

Während ich in meinem LMS so lange und ausführlich mit den Teilnehmern zu einer Frage hin und her schreibe, bis das Problem gelöst ist, die Methode passend verändert wurde etc.
Die Intensität der Begleitung ist eine ganz andere. Das ist ein riesiger und für mich entscheidender Unterschied.

 

Live-Calls oder Fragestunden (statt Live-Online-Seminaren oder Webinaren)

Ähnlich ist für mich der Unterschied zwischen den Live-Online-Seminaren und den Live-Calls. Meine Live-Online-Seminare bereite ich sehr ausführlich vor, es gibt eine Menge abwechslungsreicher Folien, viele interaktive Methoden und Übungen, es geht dabei eben um Lerninhalte, die wir gemeinsam bearbeiten.

Bei den Live-Calls oder Fragestunden wird nichts vorbereitet. Da trifft sich die Trainerin mit den Teilnehmern auf einer Plattform und beantwortet dann Fragen. Die entweder schon vorher in der Facebook-Gruppe gesammelt wurden oder im Chat gestellt werden.
Auch das hat hier natürlich eine viel geringere Tiefe und Intensität. Es wird so aus dem Ärmel geantwortet, mehr als 2-3 Minuten Trainer-Zeit bekommt man nicht, kann selten noch weiterfragen oder tiefer bohren.
Zudem geht es eben kreuz und quer, je nach den Themen, die die verschiedenen Teilnehmern ansprechen. Es gibt daher keine Systematik und Struktur und das macht es für mich als Teilnehmerin anstrengender.
Vor allem interessieren oder betreffen mich viele der Fragen und Themen nicht. Die anderen sind an ganz anderen Stellen im Programm und daher vergeht für mich dabei oft viel Zeit, die mir inhaltlich nichts bringt.

Ok, diese Darstellung mag etwas einseitig wirken und ich versuche daher hier mal eine etwas objektivere Auflistung, was denn auch Vorteile sind.

 

Vorteile aus Trainer-Sicht

 

Die Vorteile für die Trainer liegen auf der Hand.

  1. Ich kann einen Online-Kurs an beliebig viele Teilnehmer verkaufen und verdiene daher mit einem Schlag sehr viel mehr als bei einem Online-Seminar mit 10 Teilnehmern.
  2. Ich bereite den Kurs einmal vor (das ist auch sehr viel Arbeit!) und dann kann ich ihn theoretisch beliebig oft und lange verkaufen.
  3. Die Arbeit in den Facebook-Gruppen erfordert auch sehr viel weniger Zeit als die kontinuierliche Betreuung in einem Forum.
  4. Ich spare Zeit für Webinar-Vorbereitung, die Live-Calls brauchen keine Vorbereitung und kosten nur die Zeit der Durchführung.

 

Vorteile aus Teilnehmer-Sicht

 

  1. Ich kann theoretisch mir die Zeit selbst einteilen, was ich wann bearbeite. Das kann aber gleichzeitig auch ein Nachteil sein, da es dazu verführt, nicht dranzubleiben.
  2. Ich kann selbst wählen, wieviel ich von mir zeige. In der Facebook-Gruppe wird niemand aufgefordert, in meinen Seminaren werden die Teilnehmer dazu aufgefordert, bestimmte Übungen zu machen und im Forum zu veröffentlichen. (Sie müssen es trotzdem nicht machen J, aber es wird offensichtlicher).
  3. Durch die große Menge an Teilnehmern treffe ich vielleicht interessante Kollegen, mit denen ich mich auch weiter austausche. (Das kann in einer Gruppe in einem LMS allerdings auch passieren).

Naja, ihr seht, so viele Vorteile für die Teilnehmer fallen mir nicht wirklich ein.

Aber vielleicht habt ihr eine ganz andere Sicht oder andere Erfahrungen?

Ich kann unterm Strich für mich nur sagen: ohne die anderen Teilnehmer hätte ich von den Online-Kursen noch viel weniger profitiert als so.

Wie immer gibt es Ausnahmen

Es gibt durchaus Themen, wo ich auch reine Selbstlernkurse zumindest sinnvoll und möglich finde. Wichtig ist für mich, dass es vorher auch klar so kommuniziert wird, damit ich nicht mit falschen Erwartungen den Kurs buche und denke, es sei ein Seminar.

Allerdings denke ich, dass es bei Themen mehr Sinn macht, die nicht so umfangreich sind. Wo ich mich mal schnell in etwas einarbeiten will.

Hier die vorherigen Teile im Überblick:

Teil 1: Synchrone Formate – Webinare und Live-Online-Seminare
Teil 2: Asynchrone Formate – Lern-Management-Systeme (LMS) und Foren

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